Wipper: Wandern auf dem französischen Jakobsweg. Via Podiensis

In Frankreich bildeten sich im Mittelalter vier große Jakobswege zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela heraus, die schon im „Liber Sancti Jacobi“, einer Handschrift des 12. Jh., beschrieben werden. Die Ausgangspunkte dieser Wege sind die berühmten Heiligtümer des hl. Martin in Tours, der hl. Maria Magdalena in Vézelay, der Gottesmutter Maria in Le Puy und des hl. Ägidius in Saint-Gilles (bei Arles). In der eben erwähnten Handschrift heißt der uns hier interessierende Weg „Via Podiensis“, benannt nach Le Puy (lat. Podium). Die Benediktinerklöster von Conques und Moissac werden als Stationen des Weges von Le Puy zu den Pyrenäen genannt.

Von Natur und Kunst an diesem Weg werden alle Wanderer fasziniert sein. Die Vielfalt des geologischen Untergrundes reicht von den bizarren Gebilden des Vulkanismus im Velay und Aubrac über die Sedimentgesteine der Kalkhochflächen der „Causses“ bis zur Schwemmlandebene der Garonne. Entsprechend vielfältig ist die Pflanzenwelt.

Die Bergländer der Margeride und des Aubrac, beide im französischen Zentralmassiv gelegen, sind wahre Blumenparadiese. Auf den Hügeln im Vorland der Pyrenäen breiten sich fruchtbare Äcker und Weinfelder aus. Die Bergweiden der Pyrenäen ernähren Herden von Schafen, aus deren Milch der schmackhafte Pyrenäen-Schafskäse gewonnen wird.

Von kaum zu überbietender Vielfalt ist die Baukunst an der Via Podiensis. Da sind zunächst die vielen kirchlichen Baudenkmäler wie Kathedralen, Kirchen, Klöster, Kreuzgänge und Kapellen. Sowohl das Tympanon von Conques wie auch das Tympanon und der Kreuzgang von Moissac gehören zum Besten, was romanische Bildhauerkunst hervorgebracht hat. Auf fast jeder Etappe kommt der Wanderer an romanischen Dorfkirchen vorbei. Von den weltlichen Bauwerken werden einige Brücken wie der Pont Valentré von Cahors und die von Bogengängen umgebenen Plätze in den sog. „Bastiden“ in Erinnerung bleiben. Beachtung verdienen auch die ländlichen Häuser, die mit großer Kunstfertigkeit aus dem gerade zur Verfügung stehenden Material errichtet wurden. Und nur der Wanderer bekommt die vielen alten Wegekreuze und Brunnen am Weg zu sehen.

Der Wanderführer beschreibt den ca. 750 km langen Weg in 30 Etappen, enthält ebenso viele Wanderkarten und Höhenprofile und genaue Angaben über Einkaufs- und Übernachtungsmöglichkeiten sowie Hinweise für Radfahrer.

Bibliografie

Heinrich Wipper: Wandern auf dem Französischen Jakobsweg. Via Podiensis. Ostfildern, DuMont Reiseverlag, 2008, 168 S., ISBN 978-3-7701-8009-7, € 12,00

 

Aktualisierung (Stand: 15.2.2008)

Wipper: Wandern auf dem französischen Jakobsweg. Via Podiensis

            9. Etappe

S. 58/59: Das Bild des Tympanons von Conques ist seitenverkehrt.

S. 59, rechte Spalte: Statt „Auf der linken Seite öffnet sich ...“ muss es richtig „Auf der rechten Seite öffnet sich ...“ heißen.

            23. Etappe

S. 128, rechte Spalte: Neue Wanderherberge in Aire-sur-l’Adour: „Hospitalet Saint Jacques“, 21 rue Félix Despagnat, Tel. 05 58 03 26 22 (5 Zimmer mit 2, 3 und 4 Betten; am Jakobsweg zur Kirche Sainte-Quitterie)

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