Einladung zur Jahrestagung 2011 in MünsterNach Köln 1987, Speyer 1990, Trier 1999 und Goslar 2004 möchte die St.-Jakobus-Bruderschaft Düsseldorf im Jahre 2011 wieder eine größere Jahrestagung durchführen, und zwar in Münster. Die Tagung wird in der katholisch-sozialen Akademie des Bistums Münster, dem Franz-Hitze-Haus, Kardinal-von-Galen-Ring 50, vom Freitag, dem 28.10., bis Sonntag, dem 30.10.2011, stattfinden. Münster in Westfalen ist eine Stadt der Kirchen, Adelshöfe und der schönen alten Bürgerhäuser. Gegen Ende des 8. Jh. gründete Karl der Große das Bistum Münster. Dessen erster Bischof war der Friese Liudger (Ludgerus). Im 12. Jh. erhielt der Ort Stadtrechte und trat schon im 13. Jh. der Hanse bei. Zur Zeit der Reformation trieben 1534/35 in der Stadt die Wiedertäufer, die hier ein „neues Zion“ errichten wollten, ihr Unwesen. 1648 beendete der Friede von Münster und Osnabrück den großen Glaubensstreit des Dreißigjährigen Krieges. Bis 1803 war Münster Zentrum eines Fürstbistums. Der 1225-1265 im romanisch-gotischen Übergangsstil erbaute Dom (St. Paulus) ist die größte Kirche Westfalens. Neben dem Dom stand einst eine Jakobuskirche. Freitag, 28. Oktober 2011Nach dem Abendessen (18.30 Uhr) im Franz-Hitze-Haus wird um 20.00 Uhr Prof. Dr. Arnold Angenendt den Eröffnungsvortrag halten. Thema: Warum Wallfahrten zu Gräbern und Reliquien? - Weil der Himmel offen steht. Die mittelalterliche Heiligen-Wallfahrt beruhte auf der folgenden Vorstellung: Die Heiligen behalten von ihrer Seele im Himmel her die Verbindung mit ihrem Leib auf Erden aufrecht. Über dem Heiligen Grab steht sozusagen der Himmel offen. Darum pilgert man zu Heiligen-Gräbern: Wer den irdischen Leib berührt, berührt die Seele im Himmel. Oft wurde diese Verbindung zwischen himmlischer Seele und irdischem Leib in Lichtstrahlen sichtbar. Diese zeigten an, dass der Leib wirklich überirdische Kraft enthalte. Das Jakobus-Grab in Compostela ist hierfür schon vom Namen her bezeichnend. Das zunächst unbeachtete Grab begann Licht-Signale auszusenden, weswegen der Ort campus stellarum genannt wurde, „Feld der Sterne“. Prof. Dr. Arnold Angenendt wurde 1963 in Münster zum Priester geweiht und hatte von 1983 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1999 den Lehrstuhl für Kirchengeschichte an der Universität Münster inne. Samstag, 29. Oktober 2011Nach dem Frühstück (ab 8.30 Uhr) steht um 9.30 Uhr der Vortrag Wallfahrtswege in Westfalen von Dr. Karl-Ferdinand Beßelmann auf dem Programm. Die letzten 25 Jahre haben uns einen vorher unvorstellbaren Boom des Jakobspilgerns gebracht. Seitdem geht eine Region nach der anderen daran, ihre Jakobswege wieder zu entdecken. So kann man heute in kaum einer Region Mitteleuropas mehr wandern gehen, ohne auf einen solchen Jakobsweg zu treffen. Dabei bestimmen so viele verschiedene Interessen – von der Tourismusförderung bis zur Befriedigung der Eitelkeiten der handelnden Institutionen und Personen - die Streckenführung, dass der Bezug zum ursprünglichen Wegenetz oft nicht mehr klar erkennbar ist. Am Beispiel einiger historisch belegter Routen, vor allem des Hellwegs, will der Vortrag Grundlinien des Netzes vorstellen und die Bedeutung der Wegeführung für die mittelalterliche und frühneuzeitliche Wallfahrt zeigen. Dr. Karl-Ferdinand Beßelmann, seit vielen Jahren Mitglied der St.-Jakobus-Bruderschaft Düsseldorf, verfasste seine Doktorarbeit zu mittelalterlichen Wallfahrten in Westfalen und ist in der Universitätsbibliothek Köln tätig. Nach einer Kaffeepause findet um 11.00 Uhr die Mitgliederversammlung 2011 der St. Jakobus-Bruderschaft Düsseldorf statt. Auf der Tagesordnung stehen der Rechenschafts- und Finanzbericht des Kalenderjahres 2010, die Entlastung des Vorstands und eine Vorschau auf die Veranstaltungen des Jahres 2012. Nicht-Mitglieder können ohne Stimmrecht an der Mitgliederversammlung teilnehmen. Nach dem Mittagessen (12.30 Uhr) beginnt um 14.00 Uhr eine zweistündige Führung durch Münster. Nach dem Abendessen (18.30 Uhr) im Franz-Hitze-Haus berichtet ab 20.00 Uhr Pfarrer i.R. Dr. Kurt-Peter Gertz von seiner diesjährigen Pilgerwanderung. Der untergehenden Sonne entgegen – auf der Via Tolosana Zum Thema schrieb uns der Referent: Vom 10. Mai bis 30. Juni diesen Jahres war ich zu Fuß auf der „Via Tolosana“ von Arles in Südfrankreich bis Puente la Reina in Nordspanien „unterwegs“: 38 Pilgertage, 10 Ruhetage und 4 An- und Rückfahrt-Tage. Da man auf diesem Camino fast täglich auf mehr oder weniger geradem Wegen von Ost nach West läuft, habe ich meinem Tagebuch (und ich habe viel geschrieben „unterwegs“) den Titel gegeben: „Der untergehenden Sonne entgegen“. Ein Gemälde von Vincent van Gogh „Sonnenuntergang bei Arles“ (1888) gab mir dazu eine Anregung. „Untergehende Sonne“ ist natürlich auch ein Bild für Älterwerden, Sterben und Tod - darüber habe ich mir als fast 70jähriger auf dem Weg viele Gedanken gemacht. Davon möchte ich am 29. Oktober einige vortragen, wobei es nicht nur besinnlich ernst, sondern auch humorvoll heiter zugehen soll: z.B. Gedanken darüber, dass mir die weibliche Form des Todes im Französischen („la mort") mehr zusagt als die männliche Form im Deutschen („der Tod“). Natürlich werden auch Gedanken vorgetragen und Bilder gezeigt zu einigen sehenswerten Punkten und Jakobus-Darstellungen längs dieses südfranzösischen und aragonesischen Jakobsweges, auf dem sich die Pilgerströme (glücklicherweise!) noch sehr in Grenzen halten. Dr. Kurt-Peter Gertz, Gründungsmitglied der St.-Jakobus-Bruderschaft Düsseldorf, war viele Jahre Pfarrer an der Jacobuskirche von Ratingen-Homberg und pilgerte im Jahre 2004 in einem Zug von Köln nach Santiago de Compostela. An den Vortrag von Pfarrer Dr. Gertz schließt sich eine Weinprobe unter dem Thema Weine am Camino an. Brot und Wein waren die Gaben, die ein Jakobspilger der Vergangenheit unterwegs immer erwarten durfte. Heute führt der Camino francés durch folgende nordspanische Weinbaugebiete: Navarra, Rioja, Bierzo und Galicien. Es ist vorgesehen, je ein Gewächs aus diesen Gebieten zu verkosten. Danach: gemütliches Beisammensein und gemeinsames Singen von Jakobsliedern Sonntag, 30. Oktober 2011Nach dem Frühstück (8.30 Uhr) sind die Teilnehmer um 10.00 Uhr zu einem Gottesdienst in der evangelischen Jakobuskirche (modern), Von-Ossietzky-Str. 16, eingeladen. Fußmarsch vom Franz-Hitze-Haus bis zur Kirche: ca. eine halbe Stunde. Der Gottesdienst wird von unserem Mitglied Thomas E. Fuchs (pastor emeritus) gestaltet. Nach dem Mittagessen (12.30 Uhr) Möglichkeit zum Besuch der Stadt Telgte Kosten und AnmeldungAnmeldungen nimmt die Geschäftsstelle der St.-Jakobus-Bruderschaft Düsseldorf (Lützowstr. 245, D-42653 Solingen, Tel. 0212/815747) schriftlich oder per Email entgegen. Die Kosten für Unterkunft, Vollpension und Tagungsorganisation betragen je Person: € 160,00 im DZ bzw. € 180,00 im EZ. Bei der Anmeldung ist der entsprechende Betrag auf das Konto der St.-Jakobus-Bruderschaft Düsseldorf, Postbank Köln (BLZ 37010050) Nr. 464961-509 zu überweisen. |
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Neues vom Jakobsweg von Trier nach MetzSeit kurzem gibt es einen neu markierten Wanderweg von Perl nach Metz. Dieser ist Teil des französischen Fernwanderwegs GR5F und ist wie alle Wege dieses Typs bestens weiß-rot markiert. Bis auf zwei kurze Wegstücke folgt der GR5F von Perl nach Metz dem Jakobsweg, wie er im Buch “Wandern auf dem Jakobsweg von Trier nach Le Puy” von Heinrich Wipper (DuMont, 2010) beschrieben ist. Und hier die Neustrecken: (1) Der GR5F von Sierck-les-Bains nach Sainte-Marguerite führt über Montenach und Haute-Sierck; (2) Die Wanderer müssen nun nicht mehr den Umweg über Klang machen, sondern können jetzt auf einem neu angelegten Pfad entlang des Strumbachs nach Kédange-sur-Canner gelangen. |
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